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Clubsterben in M-V verhindern

Sehr geehrte Frau Bildungsministerin Martin,

In den zurückliegenden Wochen ist die Kultur- und Kreativbranche des Landes in eine existenziell bedrohliche Lage geraten. Darum wende ich mich erneut mit einem offenen Brief an Sie.

Meine Fraktion hat die Schutzmaßnahmen des Landes, insbesondere den mit Bundesmitteln ausgestatteten Rettungsschirm des Landes für die Freiberufler*innen und Soloselbstständigen sehr begrüßt. Auch der M-V-Schutzfonds wird sicher einiges dazu beitragen, den schlimmsten Schaden von der Kultur des Landes fernzuhalten.

Leider hat gerade die letztgenannte Schutzmaßnahme einen Konstruktionsfehler, den wir kritisiert haben, der aber nicht ausgeräumt wurde: In keiner der sechs Säulen wurden Clubs und Veranstaltungsorte berücksichtigt, die als Kulturstätten Lesungen, Konzerte und Tanzveranstaltungen anbieten und damit nicht nur im urbanen Raum wesentlich zur Kulturlandschaft beitragen. Hinzu kommt, dass viele dieser Einrichtungen nicht nur unterhalten, sondern auch demokratiebildendende Projektarbeit bieten, Begegnungsstätte sind, soziale Arbeit verrichten.

Sie alle – vom Peter-Weiss-Haus in Rostock, bis zum Ikuwo in Greifswald – sind wichtige Bestandteile ihrer Quartiere mit einer Strahlkraft die weit über die jeweilige Stadtgrenze hinausgeht. Sie durch die unmittelbaren oder verspätet einsetzenden Folgen der Pandemie zu verlieren, würde eine kulturelle Bresche nicht nur für die betroffenen Städte bedeuten, sondern für ganz M-V.

Hinzu kommt, dass diese Einrichtungen auch ökonomisch nicht im luftleeren Raum existieren. Ihre Existenz vor Ort ist eng angebunden an Einzelhandel und Gastronomie in den jeweiligen Quartieren. Sie definieren damit ein Stück Lebensqualität, dass sich auch auf viele andere Bereiche niederschlägt – nicht zuletzt auf die Attraktivität als Wohnort und damit auf die Immobilienwirtschaft.

Es ist meiner Fraktion daher ein besonderes Anliegen, dass diese kulturellen Multiplikatoren bei den Rettungsmaßnahmen des Landes nicht „unter den Tisch fallen“ sondern mitgedacht werden -gerade weil sie eben so viel mehr bieten als nur Unterhaltung.

Mit freundlichen Grüßen und auf weiterhin gute Zusammenarbeit,
Eva-Maria Kröger
Im Namen der Linksfraktion M-V