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Warum günstig, wenn‘s auch teuer geht?

Zu den Vorwürfen der ehrenamtlichen Bodendenkmalpflegerinnen und Bodendenkmalpfleger (BDP) bezüglich der landesseitigen Anschaffung von GPS-Geräten zur Vermessung zukünftiger Bodendenkmalfunde erklärt die kulturpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Eva-Maria Kröger:

„Da hat sich die Führung des Landesamtes für Denkmalschutz einen üblen Fehlgriff erlaubt. Frau Ministerin Hesse muss schleunigst klären, warum ein Landesamt die Hinweise versierter Denkmalpflegerinnen und -pfleger ignoriert und viermal mehr als nötig für Geräte ausgibt.

Den Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtlern, die sich seit Jahren auch mit privatem Aufwand engagieren, nun Vorteilsnahme vorzuwerfen, ist gelinde gesagt dreist. Wenn Bürgerinnen und Bürger beleidigt und Steuermittel verschwendet werden, dann schadet dies dem Ehrenamt und befeuert das Misstrauen gegenüber Ämtern und Behörden.

Meine Fraktion wird daher eine schriftliche Anfrage an die Landesregierung richten und die restlose Aufklärung des Geschehens einfordern.“

Hintergrund: Kulturminister Mathias Brodkorb versprach einst 100 000 Euro für die BDP, um GPS-Geräte anzuschaffen. Die BDP machten deutlich, dass ausreichend genaue Geräte zu einem Stückpreis von 300 bis 400 Euro zu haben seien. Damit hätten alle BDP ausgerüstet werden können. Stattdessen entschied das Landesamt für Denkmalschutz die Anschaffung von Geräten, die mit 1600 Euro zu Buche schlagen. Hauptargument für die teurere Variante: mangelnde Genauigkeit der günstigeren Geräte. Als die BDP diese Fehlentscheidung monierten, da nun viel weniger BDP ein Gerät bekommen, wurde ihnen vom Landesamt vorgeworfen, aus rein persönlichen Motiven gegen die Anschaffung der 1600-Euro-Variante zu argumentieren. Die nun angeschafften 1600 Euro teuren Geräte sind noch nicht an die BDP ausgegeben worden – Messungen haben ergeben, dass sie zu ungenau sind.