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Riesiger Bedarf und wenig Neubau – Landesregierung patzt bei Wohnheimplätzen für Studierende

Zur Antwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage „Wohnen von Studierenden in Mecklenburg-Vorpommern“ (Drs. 7/4220) erklären die baupolitische Sprecherin, Eva-Maria Kröger und der hochschulpolitische Sprecher, Karsten Kolbe:

Zum Beginn des Wintersemesters 2019/20 mussten die Studierendenwerke Rostock/Wismar und Greifswald 3.259 Anträge auf einen Wohnheimplatz ablehnen. Die Nachfrage ist seit Jahren ungebrochen hoch; die Zahl der Ablehnungen erreichte mit 3.542 2018 einen vorläufigen Höhepunkt. Dem stehen Sanierungen in Greifswald und ein Neubau in Rostock gegenüber, die mit 147 sanierten Wohnheimplätzen in Greifswald und 70 neuen Wohnheimplätzen in Rostock gerade einmal 6 Prozent der Plätze darstellen, die benötigt würden. Außerdem wurde die Zahl der Wohnheimplätze in Greifswald durch die Sanierung um 30 reduziert, real stehen nun also weniger Plätze als vorher zur Verfügung. Trotzdem spricht die Landesregierung aus SPD und CDU von einer guten Unterbringungsquote, die sie ´zumindest´ halten will.

„Wenn über 3000 Studierende einen Antrag auf einen Wohnheimplatz stellen und die Studierendenwerke durch mangelnde Unterstützung der rot-Schwarzen Landesregierung unterm Strich nicht einmal 200 neue Plätze schaffen können, dann ist das für jeden einzelnen der abgelehnten Studierenden eine Katastrophe. Sich da noch hinter Unterbringungsquoten zu verstecken, die angeblich im Bundesmittel liegen, hat mit der Lebensrealität herzlich wenig zu tun.“ sagt Karsten Kolbe. Für Eva-Maria Kröger folgt daraus ein klarer Handlungsauftrag für die Linksfraktion: „Die Studierendenwerke müssen für Wohnheimbau und Sanierung endlich einen eigenen Haushaltstitel bekommen. Es kann bei der momentanen Lage studentischen Wohnens in M-V nicht angehen, dass die Studierendenwerke weiterhin Anträge stellen müssen, um dann eventuell etwas von der sozialen Wohnraumförderung abzubekommen. Wir werden daher im Bildungsausschuss den Antrag stellen, die Studierendenwerke zukünftig mit 5 Millionen Euro pro Jahr für Neubau und Sanierung aus dem Landeshaushalt zu unterstützen. Das Deutsche Studierendenwerk hat eine Unterbringungsquote von 15 Prozent als anzustrebenden Richtwert angegeben. M-V ist mit 11,23 Prozent davon noch weit entfernt. Da hilft es auch nichts, wenn man - wie rot-schwarz - weiterhin versucht sich einzureden, dass man gut im Rennen läge.“